Die Frauentrachten des Heimat- und Volkstrachtenvereins Stadeln e.V. ist die erneuerte knoblauchsländer Arbeitstracht, nach einem 1916 entstandenem Ölgemälde von Rudolf Schiestl. Es zeigt die Gründlacherin, nach welcher unsere Tracht nachempfunden wurde

Die Männertracht ist die traditionelle fränkische Tracht, welche aus schwarzer Bundhose und roter Weste besteht. Der Trachtenverein Stadeln trägt keinen Dreispitz und keine Stiefel, sondern einen Rundhut und Schnallenschuhe

Der Ausdruck "Arbeitstracht" stammt daher, das die Frauen keine Haube oder Hut tragen, sondern ein nach hinten gebundenes Kopftuch

Was ist Tracht?

Die Kleidung ist immer ein sichtbares Zeichen ihrer jeweiligen Zeit. Sie ist Ausdruck für die politische und wirtschaftliche Situation sowie die soziale Stellung des Einzelnen. Besondere charakteristische Elemente prägten darüber hinaus die Kleidung in den unterschiedlichen Gebieten.
In jeder regionalgebundenen Kleidung, so auch in den Trachten Mittelfrankens, flossen langsam und verzögert - meistens im Generationswechsel - modische Veränderungen ein und ließen den Zeitgeist erkennen. Das Kleidungsverhalten steht im engen Zusammenhang mit dem Brauchtum, das fast ausschließlich mit den kirchlichen Konfessionen verknüpft ist. Katholische und evangelische Gebiete unterschieden und grenzten sich sichtbar durch ihre Kleidungsweise ab. Die reiche Haubenvielfalt in Mittelfranken ist das Spiegelbild seiner regionalen Geschichte. Das Gebiet wurde durch ständige herrschaftliche Veränderungen territorial aufgesplittert, so dass seit der Reformation und Gegenreformation auch die beiden christlichen Religionen nebeneinander, manchmal von Ort zu Ort, wechselten. Sichtbar wurden die beiden Konfessionen durch ihre unterschiedliche Kleidungsweise und dabei stachen besonders die Kopfbedeckungen in ihren verschiedenartigen Grundformen heraus.
Innerhalb einer Dorfgemeinschaft sprach die Tracht eine eigene Sprache. Hier war einem Kleidungsstück eine Funktion zugeordnet. Es war erkennbar, ob jemand in Freud oder Leid, verheiratet oder ledig war, ob Hochzeit, Konfirmation oder Kommunion gefeiert wurde.
Die ersten Hauben erhielten die evangelischen Mädchen nach der Konfirmation und die katholischen nach der Firmung, was früher mit dem Schulabschuss zusammenfiel und den Eintritt ins Erwachsenenleben mit all seinen Pflichten darstellte.
Die Hauben gaben Auskunft über Stand, Konfession, Situation sowie Anlass und repräsentierten eine Region bzw. eine Landschaft. Sie waren ein Kommunikationssystem ohne Worte, deren Zeichen die Form, Farbe und Ausschmückung darstellten.

Kleidung war und ist ein Spiegelbild der Zeit, der Region und des einzelnen Menschen. Diese Mehrdimensionalität innerhalb des Kleiderwesens im Zusammenhang mit der Zeit - Ort - Funktion ergibt erst den Begriff "Tracht".