Der Verein hat den Zweck, die Trachten und das deutsche Heimat- und Volksgut zu erhalten, sowie Volksmusik, Volksgesang, Volkstanz und Theaterspiel zu pflegen und mit allen Kräften zu fördern, sowie die Jugend mit den heimatlichen Sitten und Gebräuchen vertraut zu machen

Ferner die sorgsame Bewahrung historischer Kunstwerke, wie Hausgemälde, Altertümer, Feldkreuze, usw., die für die Heimatgeschichte wertvoll sind, wozu auch alter Schmuck und Bauernmöbel gehören

Der Verein unterstützt alle Veranstaltungen rund um die Stadelner Kärwa, dem Wasserradfest und allen anderen weltlichen und kirchlichen Festtagen.

Unser Jahresbeitrag beträgt pro Erwachsener 25,00 €. Die Tracht wird, wenn gewünscht, vom Verein gestellt.

Ein Trachtenverein ist ein Verein, der sich der praktischen Trachtenerhaltung und -pflege widmet. Die Mitglieder sind dazu angehalten, die lokale oder regionale Tracht möglichst häufig und original zu tragen und die damit ausgedrückte Heimatverbundenheit gesellig zu verlebendigen (Brauchtum). Dabei unterscheidet man geläufig zwischen:

  • Gebirgstrachten(erhaltungs)vereine; meistens als GTEV abgekürzt
  • Heimat- und Volkstrachten(erhaltungs)vereine; meistens als VTV bzw. HVTV abgekürzt (manchmal auch TV)

Sehr häufig sind Trachtenvereine in Regionalverbände zusammengeschlossen. Der Heimat und Volkstrachtenverein Stadeln gehört dem Trachtenverband Mittelfranken e.V. an.

Der erste Trachtenverein wurde 1883 von Lehrer Vogel in Oberbayern gegründet.


Anleitung zum Tragen der Stadelner Tracht 

Herausgegeben im Oktober 2011

Rudolf Schiestl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Rudolf Schiestl (* 8. August 1878 in Würzburg; † 30. November 1930 in Nürnberg) war ein deutscher Maler,Radierer, Grafiker und Glasmaler.

Leben und Werk

Schiestl kam nach dem Besuch der Volksschule im 12. Lebensjahr gleich seinen Brüdern Heinz und Matthäus in die väterliche Lehre. Sein Vater, ein Bildhauer, stammte aus dem Zillertal in Tirol, seine Mutter Maria Schiestl, geb. Adamer („Bauerntochter zum Korn“) aus Unterkampfen (Unterinntal) ebenfalls in Tirol. Frühe Berührung mit mittelalterlicher Plastik, von der manches Stück in der väterlichen Werkstatt restauriert wurde, sowie das Zeichnen nach Stichen und Schnitten von Dürer, Schongauer, Schwind und anderen, sowie Skizzenausflüge in die unterfränkischen Dörfer waren von starkem Einfluss auf seine künstlerische Entwicklung.
1896 ging er auf die Akademie in München zu Prf. Hackl, nach zwei Semestern in die Malklasse von Franz von Stuck. Seiner eigenen Meinung nach war diese Akademiezeit nicht sehr fruchtbringend für ihn. Seine Naturstudien und die enge Berührung mit dem Volksleben waren vielmehr für seine spätere Entwicklung richtungsweisend.
Im Sommer 1899 arbeitete Rudolf Schiestl in der Tiroler Glasmalerei in Innsbruck. 1900 entstanden – zum Teil in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Matthäus – Wandmalereien in der Pfalz, unter anderem in Germersheim,Landau, Kaisrslautern und in der Anna-Kapelle Burrweiler. Um 1900 entwarf er für den Kölner Schokoladeproduzenten Stollwerk Stollwerck-Sammelbilder für das Stollwerck-Sammelalbum Nr. 3. 1901 machte er sich selbstständig, u. a. als Gebrauchsgraphiker mit Steinzeichnungen, Illustrationen, Plakaten. Auf seinen drei Reisen nach Italien lernte er die Temperatechnik kennen, die er in der Münchner Pinakothek in den maltechnischen Studien umsetzte und dabei nach eigenen Worten „die mühsam erworbenen akademischen Kenntnisse verwarf“. Die Sommermonate verbrachte er weitgehend in Würzburg. Zwei Bilder aus dieser Zeit erwarb der König von Rumänien.

1910 erfolgte die Berufung als Professor an die Kunsgewerbeschule Nürnberg als Lehrer für Graphik. Er konnte sich nun intensiv mit der Kunst des Radierens beschäftigen, in der er sich durch Selbststudium weiterbildete. Es entstanden fränkische Landschaften, Bauernbilder, religiöse Themen und Gelegenheitsgraphik.


Beschreibung Frauentracht

Schuhe:           schwarze Lederschuhe mit Schnalle, keine Lackschuhe 

                            Unterwäsche:    weiß aus Baumwolle mit Spitzen, ein enger Unterrock und
                                                      ein weiter, eine Pumphose und weiße über die Knie reichende
                                                      Strümpfe, zur Trauertracht werden schwarze Kniestrümpfe
                                                      getragen
 

                                  Bluse:          weiß, aus Baumwolle, ohne Muster bis zu den Ellbogen
                                                     reichend, zur Trauertracht wird eine schwarze Bluse getragen
 

                               Kleid:              aus verschied. Materialien, da erneuerte Tracht, eckiger
                                                      Ausschnitt, Rocklänge sollte 30 cm über dem Boden enden,
                                                      dazugehörige Jacke aus dem gleichen Stoff mit Schößchen.

                            Kleid und Jacke werden mit silbernen Knöpfen versehen. 

                  Schürze und Kopftuch: aus einheitlichem rosa, Schürze hat eine schwarze Borte, das                                                                           Kopftuch wird nach hinten gebunden, zur Trauertracht wird eine                                                                      schwarze Schürze und eine schwarzes Kopftuch getragen. 

                    Tasche oder Beutel:  zur Tracht gehört entweder ein Trachtenkorb oder eine
                                                      Trachtenbeutel, normale Handtaschen sind nicht erlaubt
 

                             Schmuck:         eine zur Tracht passende Brosche, zur Tracht passende
                                                     Ohrringe, keine Armbanduhren und wenn es geht kein Piersing 

                          Haare:               Die Haare werden unter dem Kopftuch getragen, am Oberkopf
                                                    ist ein „Dud“ anzubringen, bei längeren Haaren werden diese
                                                    zu einem „Dud“ geformt. Es sollten keine Haare am
                                                    Hinterkopf aus dem Kopftuch herausschauen.
 

                          Schirm:              einheitliche Trachtenschirme werden vom Verein gestellt 

                        Schminken:        dezentes Schminken, ohne farbigen Lippenstift und keine
                                                   farbigen Fingernägel


Beschreibung Männertracht

 

Schuhe:            schwarze Lederschuhe mit Schnallen, keine Turnschuhe 

Unterwäsche:    weiße über die Knie reichende Strümpfe mit Gummieinzug, damit die Strümpfe nicht                                     rutschen 

Hemd:              weißes Trachtenhemd 

Hose:               schwarze Kniestoffhose mit Hosenträgern, ggf. fränkische
                        schwarze Lederhose mit Hosenträgern
 

Weste:              rote Samtweste mit Stickblumenmit Umschlag am Kragen, 

                        Samtweste kann ringsum sein oder hinten mit braungrauem
                        Futter, 2 Taschen und silberfarbigen Knöpfen 
Jacke:               aus grünem Lodenstoff mit silberfarbigen Knöpfen 

Hut:                  schwarzer runder Hut mit Goldborte, Blumen auf der linken
                        Seite
 

Schmuck:         schwarzes Samtband, silberne Münzkette, Taschenuhr, keine
                        Armbanduhr, keine Männertaschen
 

Haare:              wenn möglich kurze Haare bis zum Kragenhemd 

Schirm:             einheitlicher schwarzer Schirm wird vom Verein gestellt

 

Trauertracht:     anstelle der Kniebundhose wird eine lange schwarze Hose
                          getragen, die Blumen auf dem Hut entfernt und jeglicher
                          silberner Schmuck wird nicht getragen

 

Mantel oder Überjacken werden bei Festen nicht getragen, die Frauen haben ein schwarzes Dreieckstuch, gehäckelt oder einem schwarzem Tuch mit Spitze. Die Frauen tragen gestrickte, mit Perlen verzierte Stulpen. Wenn es möglich ist, bitte keine getönten Brillen tragen, Sonnenbrillen sind sowieso verpönnt.


Was ist Tracht?

Die Kleidung ist immer ein sichtbares Zeichen ihrer jeweiligen Zeit. Sie ist Ausdruck für die politische und wirtschaftliche Situation sowie die soziale Stellung des Einzelnen. Besondere charakteristische Elemente prägten darüber hinaus die Kleidung in den unterschiedlichen Gebieten.
In jeder regionalgebundenen Kleidung, so auch in den Trachten Mittelfrankens, flossen langsam und verzögert - meistens im Generationswechsel - modische Veränderungen ein und ließen den Zeitgeist erkennen. Das Kleidungsverhalten steht im engen Zusammenhang mit dem Brauchtum, das fast ausschließlich mit den kirchlichen Konfessionen verknüpft ist. Katholische und evangelische Gebiete unterschieden und grenzten sich sichtbar durch ihre Kleidungsweise ab. Die reiche Haubenvielfalt in Mittelfranken ist das Spiegelbild seiner regionalen Geschichte. Das Gebiet wurde durch ständige herrschaftliche Veränderungen territorial aufgesplittert, so dass seit der Reformation und Gegenreformation auch die beiden christlichen Religionen nebeneinander, manchmal von Ort zu Ort, wechselten. Sichtbar wurden die beiden Konfessionen durch ihre unterschiedliche Kleidungsweise und dabei stachen besonders die Kopfbedeckungen in ihren verschiedenartigen Grundformen heraus.
Innerhalb einer Dorfgemeinschaft sprach die Tracht eine eigene Sprache. Hier war einem Kleidungsstück eine Funktion zugeordnet. Es war erkennbar, ob jemand in Freud oder Leid, verheiratet oder ledig war, ob Hochzeit, Konfirmation oder Kommunion gefeiert wurde.
Die ersten Hauben erhielten die evangelischen Mädchen nach der Konfirmation und die katholischen nach der Firmung, was früher mit dem Schulabschluss zusammenfiel und den Eintritt ins Erwachsenenleben mit all seinen Pflichten darstellte.
Die Hauben gaben Auskunft über Stand, Konfession, Situation sowie Anlass und repräsentierten eine Region bzw. eine Landschaft. Sie waren ein Kommunikationssystem ohne Worte, deren Zeichen die Form, Farbe und Ausschmückung darstellten.

Kleidung war und ist ein Spiegelbild der Zeit, der Region und des einzelnen Menschen. Diese Mehrdimensionalität innerhalb des Kleiderwesens im Zusammenhang mit der Zeit - Ort - Funktion ergibt erst den Begriff "Tracht".